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Nen Tritt in den eigenen Arsch.. ein Selbstversuch

Dezember 9, 2011

EIGENTLICH liebe ich Tiere.. Ohne Scheiss, das tue ich wirklich. Es kam in jungen Jahren nicht selten vor, dass meine Eltern die Glotze abschalten mussten, weil die kleine Jasmin nen Heulkrampf bekam und nicht mehr aufhörte. Als Littlefoods Mama starb zum Beispiel, oder als ich dachte Fuchur der Drache sei tot, wenn Löwen Wasserbüffel jagten, bei der Farm der Tiere, Watership Down, Bambi, das letzte Einhorn und so weiter.. Als unser Hund starb, die Katze nie mehr nach Hause kam, meine Ratten das zeitliche segneten.. Ich baute immer eine Enge Bindung zu „unseren“ Tieren auf.. Ich erinnere mich auch noch daran, wie ich zusammen mit einer Freundin einem im sterben liegenden Vogel aus dem Garten versuchte zurück ins Leben zu holen. Eine gab mit dem Finger die Herzdruckmassage und die andere blies Luft durch einen Strohhalm in seinen Schnabel (dank Sendungen wie „Hallo Onkel Doc“ oder „Praxis Bülowbogen“ waren wir ja Vollprofis) Leider blieben unsre Bemühungen Erfolglos und wir mussten das arme Tier bestatten. Einmal sah ich im Fernsehn (etwa mit 10 Jahren) eine Dokumentation über Hühnermast und deren Schlachtung. Wie die Tiere an den Beinen kopfüber am Fließband hingen und die Köpfe rollten. Ich aß kein Hähnchen mehr. Zum ersten Mal in meinem Leben konnte ich den Zusammenhang zwischen einer Henne und dem leckeren Hähnchenschlegel herstellen. Schrecklich ernüchternd. Auf andere Tiere konnte ich dies allerdings nicht übertragen, so aß ich munter weiter Schnitzel, Wiener und Co. Dann kam die Jugend, der Weltverbesserungsgedanke keimte auf und ich fing an mein Hirn einzuschalten. Ich lebte 4 1/2 Jahre fleischlos, bis vor etwa 3 1/2 Jahren das Verlangen nach Fleisch sehr groß wurde (Ich haderte ein Jahr lang mit mir, einer Salami Pizza zu wiederstehen) Ich gab nach.. Dann setze ich, wie es fast alle tun, wieder die rosarote Fleischesser-Brille auf und schob das Thema von mir weg.

Auch ich versuche mein Gewissen mit Fleisch vom Metzger und Freilandeiern zu beruhigen. Und die Industrie setzt auch alles daran uns auf einer rosaroten Wolke der Ignoranz schweben zu lassen. Unsere Verdrängungsmechanismen laufen ausgezeichnet. Kaum einer macht sich Gedanken woher das zarte rosa Schweinesteak herkommt und wie es dem Tier erging. Auf kaum einer Milch-, oder Käsepackung fehlen die obligatorischen Rinder die auf saftigen Weiden stehen. Die Wirklichkeit sieht anders aus.

Wusstet ihr, dass auch bei deutschen Freilandeiern (welche die Käfigeier mittlerweile fast aus sämtlichen Supermärkten verdrängt haben, aber wo landen die jetzt? Was für Eier befinden sich in den leckeren Spätzle oder meinen geliebten Oreo Keksen? Also ich kanns mir vage vorstellen) bei der „Produktion“ von Legehennen ein Abfallprodukt anfällt? Aus durchschnittlich jedem 2ten Ei schlüpft ein ach so niedliches männliches Küken. Aber sie legen keine Eier, sie sind wertlos.. Für die Fleischproduktion taugen sie auch nichts, falsche Züchtung, zu wenig Fleisch. Vielleicht ihr Glück, denn ihnen bleibt der kürzere Leidensweg als ihren Schwestern. Alle geschlüpften Küken landen auf einem Fließband. Die männlichen werden aussortiert (gesext). Achtlos in eine Tonne oder auf ein anderes Fließband geworfen. Dort fahren die piepsenden Glückspilze in den Tod, an dessen Ende befindet sich nämlich ein Schredder, der sogenannte Kükenmuser. Manche werden vergast, manche in großen Plastiksäcken erstickt. ADIOS, schönen Tag noch

Alltag in Deutschland, etwa 40Millionen männliche Küken jährlich finden so hierzulande ihren Tod. Auch ich hab dies schonmal in der Glotze gesehen, es aber immer in die böse Käfighennen Richtung geschoben.. FAIL

Ich esse nur noch wenig Fleisch und wenn dann von „glücklichen“ HAHA Tieren vom Metzger.

LÜGE. Ich esse mittlerweile wieder sehr oft Fleisch und Wurst, wenn nicht sogar täglich und allzu oft landen auch bei mir Wiener, Schnitzel und Salami aus dem Supermarkt im Kühlschrank. Und was ist mit Käse, Joghurt und Co? Irgendwie ist vegetarisch auch nur die halbe Miete.. Ein Hoch auf die moderne Massentierhaltung. Lebewesen werden zu Produktionseinheiten, Lebensmittel müssen billig sein und wir Käufer geben dies alles durch unser Kaufverhalten in Auftrag. Würde ich nur einen Tag mal in die Industrie reinschnuppern können (Milchkuhbetrieb, Schweinemast, Legehennenfarm, Putenfarm, Schlachthaus) ich würde kein tierisches Produkt mehr anrühren. Ist ja auch schön und bequem sich nicht mit der nackten Wahrheit beschäftigen zu müssen, das Erledigen ja andere für uns.

Dabei können nur wir diesen Wahnsinn stoppen. Wusstet ihr, dass bei der deutschen Schweineschlachtung in vielen Großbetrieben, Schweine welche durch den Bolzenschuss oder den üblichen Stromschlag nicht richtig betäubt werden (In vielen Großschlachtereien bleibt keine Zeit für eine Kontrolle der Betäubung oder es interessiert die Arbeiter schlichtweg nicht) und diese dann ihre Ausblutung bei Bewusstsein erleben. Oder sogar noch bei Bewusstsein sind, wenn sie ins siedend heisse Wasser tauchen (Zum Entborsten). Die armen Schweine werden dann im Schlachthausjargon liebevoll Matrosen genannt.. herzallerliebst.

Den armen Rindern geht es oft nicht besser. Ihr verhältnismäßig kleines Gehirn wird mit dem Bolzenschuss nicht selten akorrekt getroffen..

Ich denke man könnte hier Endlos weiter machen..

From Farm To Fridge  (hat mich besondes aufgewühlt)

http://zelle2.soylent-weiss.de/

http://www.peta.de/

http://www.youtube.com/watch?v=xJjCplZ3v9Q&feature=related

Nessi wird Vegan

Massentierhaltung in Deutschland

Je Tiefer ich in die Materie abtauche um so mehr weiß ich für mich, daß ich das alles nicht mehr unterstützen kann und will..

Habe mir vorgenommen wieder aufs Fleisch zu verzichten und auch Milchprodukte weitestgehend weg zu lassen. Ich weiß noch nicht wie mir das gelingt, denn gerade Käse und Co. ess ich verdammt gerne.. Außerdem bin ich die Backfee, hallo? Wie backe ich denn ohne Eier?! (Bücher sind bestellt)😉

Ich hab jetzt den 3ten veganen Tag hinter mich gebracht und muss sagen, es ist wesentlich einfacher als ich dachte. Es funktioniert auch ohne kuriose Ersatzprodukte und ich fühl mich auch körperlich spitze😀

Habe mir vorgenommen mir nichts zu verbieten, denn ich neige dann oft dazu mich selbst zu boykottieren.

Mal sehn, wie es mir dabei so ergeht. Ihr werdet hier jetzt jedenfalls auch immer wieder vegane Rezepte finden😉

10 Kommentare leave one →
  1. Dezember 9, 2011 2:49 pm

    Hast Du etwa das „Vegan-Abo“ bestellt?😉
    Nee, mal ehrlich. Die meisten Leute essen wirklich alles und stellen ein Foto von ihrem Mittags-Fleischteller online, damit andere ihren dummen Kommentare abgeben können.
    Wir essen jetzt auch schon ein paar Wochen vegan/vegetarisch… nein, eigentlich nur ich, mein Mann hat da die „rosarote Brille“ auf…
    Immerhin ein kleiner Schritt.🙂

  2. Dezember 9, 2011 4:24 pm

    Was ist das Vegan Abo? Steh auf dem Schlauch😉 Mein Liebster will davon auch nichts hören.. Und der isst ausschließlich Discounter Lebensmittel.. Wir kaufen schon seit wir zusammen wohnen getrennt ein.

  3. Dezember 9, 2011 9:30 pm

    Like, like, like!

    Du hast völlig Recht. Viel zu wenig machen wir uns Gedanken, wo das Essen auf unseren Tellern herkommt. Ich versuche mich ja immer mit dem Bio-Gedanken zu trösten, aber das ändert natürlich nichts an der Sache, dass es eben tote Tiere sind.

    Ich glaube ja, dass wir generell was in der Gesellschaft ändern müssten, damit Fleisch und Wurst erst gar nicht so billig verkauft werden dürften; mir wird wirklich schlecht, wenn ich in irgendwelchen Discountern Fleisch zu Dumpingpreisen sehe – und dann sind die Leute auch noch stolz drauf, ein „Schnäppchen“ bei Aldi/Lidl und Co. gemacht zu haben… unglaublich. Und das viel angebrachte Argument von wegen, man könne sich nichts anderes leisten ist Mumpitz. Wenn man damit ankommt, dass man sich nur Discounterfleisch leisten kann, kann man sich auch einfach auf max. 1 Mal die Woche Fleisch beschränken – was sowieso gesünder ist und natürlich auch entsprechend weniger Tiere fordert. Und schwupps, tut´s dem Geldbeutel auch nicht weh.

    Ich war ja auch jahrelang Vegetarierin, komplett vegan zu leben wäre für mich persönlich allerdings nichts, da würde ich viel zu sehr Milch, Joghurt, Eier und Co. vermissen. Aber solange wir diese Produkte vom Hof kaufen, wo wir die Tiere selbst sehen und wissen, dass es ihnen gut geht und sie vor allem auch artgerecht behandelt werden, kann ich gut damit leben. Außerdem verzehren wir tierische Produkte nun auch nicht im Übermaß, wie bei allem im Leben, finde ich die Balance wichtig. Wenn ein Rezept problemlos und ohne Abstriche auch vegan zu machen ist (ich hatte z.B. schon mal sehr leckere, vegane Schokocupcakes gemacht), mach ich das auch gerne.

    Finde deinen Selbstversuch super und bin gespannt, was du noch so berichtest – und vegane Rezepte zum Nachmachen sind natürlich immer gern gesehen🙂

    • Dezember 10, 2011 8:31 am

      Danke Dani😀
      Beim Lesen deines Blogs fällt einem ja auch immer wieder auf, dass du dich sehr bewusst mit dem Thema Lebensmittel auseinander setzt, tolle Sache!! Ich werde auch noch mal gründlichst deine Seite abgrasen😉 Warst das nicht auch mal du, mit der selbstgemachten Hafer-, oder Mandelmilch?
      Ich glaube für mich Selbst war es auch einfach an der Zeit etwas zu ändern, habe mich nicht mehr so wohl gefühlt in meiner Haut..
      Schaun wir mal, wie die Sache nun so läuft😀

  4. Dezember 9, 2011 10:45 pm

    Ich finde, ganz auf Fleisch und Tierprodukte wie Eier zu verzichten ist auch eine Art rosarote Brille. Warum von einem „Extrem“ ins andere springen? Fleisch braucht der Mensch! Meiner Meinung nach ist es viel sinnvoller bewusst Fleisch zu essen: sich vornehmen, in der Woche nur 2 mal Fleisch zu essen. Davon wird keiner an Eisenmangel erkranken. Und zudem wird man dann auch viel bewusster Fleisch einkaufen, nicht immer nach dem billigsten Produkt greifen… Und wenn die Möglichkeit besteht, auf dem Lande einen Bauer suchen, der nur 100 Hennen oder weniger im Stall hat. Da meine Oma knapp 20 Hühnchen besitzt, habe ich immer frische Eier von glücklichen Hühnern im Haus: und manchmal eben auch eine Hühnersuppe. Da wir aber keine Schweinchen und keine Kälbchen haben, wird das Fleisch eben beim Metzger geholt. Du hast natürlich Recht, dass der Fleischkonsum explodiert ist in den letzten 30 Jahren. Der Mensch hat keinen Bezug mehr zu dem, was er auf dem Teller hat. Und dagegen muss man ankämpfen. Und es stimmt auch, dass man bei sich selbst anfangen muss!
    Ich wollte mit meinem Kommentar keinem Vegetarier oder Veganer auf die Füße treten, jedem seine freie Entscheidung!🙂

    • Dezember 10, 2011 8:25 am

      Die Ansicht dass wir Fleisch brauchen teile ich nicht. Ich lebte ja wie gesagt schon mal 4 1/2 Jahre vegetarisch, ließ beim Hausarzt in regelmäßigen Abständen Bluttests durchführen – kein Eisenmangel und meine Cholesterinwerte waren Bombe🙂 Was natürlich nun den kompletten Verzicht auf tierische Produkte angeht, hab ich ja noch keine Erfahrungswerte.. Das wird die Zeit zeigen. Ich denke ohnehin, dass ich mir z.B. ein Mal die Woche einen „Milchprodukts-, Ei- Joker“ gönne, denn komplett ohne kann ichs mir momentan auch noch nicht so recht vorstellen. Mal sehn😉
      Aber du hast Recht, weniger und vor allem Bewusster Fleisch zu essen wäre ja zumindest für uns alle ein Anfang.
      Also mir Tritt so schnell keiner auf die Füße, jeder darf seine Meinung haben und ein jeder muß für sich selbst eine Entscheidung treffen😀

      Danke für dein Feed Back

  5. Dezember 15, 2011 9:06 am

    Ich kann dich beruhigen: Gerade das vegane Backen ist gar kein Problem! Sieh dich doch mal ein bisschen in der veganen Bloggerszene um😉 Und „Vegan Cupcakes Take Over the World“ (falls du das nicht eh schon bestellt hast) ist dafür ein zusätzlicher Beweis. Schön, dass du dich in diese Richtung orientierst🙂

  6. Januar 21, 2012 4:15 pm

    Sorry, hab jetzt erst gesehen, dass Du gefragt hattest, was ein „Vegan-Abo“ ist.
    Das war von Peta ein Versuch. Man konnte sich anmelden und hat über 30 Tage ab und zu mal Mails mit Tipps bekommen. Ganz praktisch, wenn man noch keine/wenig Ahnung hat/te.

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